Freitag, 21. Mai 2010

Wachstum, Wachstum über Alles

Es gibt wieder einmal Zahlen zu vermelden. Keine Angst – nicht mehr über die Wahl. Nein, diesmal geht es um das Wachstum.

Die Oberste Steuerbehörde erklärte, dass im April 2010 die Einnahmen im Vergleich zum April im Vorjahr um 9,7 Prozent zugenommen haben. Trotz dieser doch beachtlichen Zuwächse machen die Einnahmen im Monat April 2010 lediglich 97 Prozent der erwarteten Einnahmen aus. Man hat also ein Defizit. Total fehlen im Staatssäckel also allein in diesen Monat, da man ja schließlich die Ausgaben an den prognostizierten Einnahmen ausgerichtet hat, über 600 Millionen Pesos, was immer noch fast 14 Millionen Euro sind.
Die Verbrauchssteuern haben einen wesentlichen Anteil an diesem Ergebnis gehabt. Bei der Mehrwertsteuer hat man 7 Prozent mehr eingenommen wie geplant. Aber auch andere Verbrauchssteuern lagen deutlich über der Prognose. Bei der Tabaksteuer hat man 14 Prozent, bei der Biersteuer 27 Prozent und bei der Treibstoffsteuer 17 Prozent mehr eingenommen wie geplant.
Der Binnenmarkt scheint also zu funktionieren. Leider kann die Dominikanische Republik davon allein nicht leben.

Diese oben genannten Löcher müssen natürlich gefüllt werden. Und das sie gefüllt werden merkt man an der Staatsverschuldung.
Im Ausland steht die Dominikanische Republik mit 3,88 Milliarden US-Dollar in der Kreide. Hört sich für den ersten Moment nicht viel an. Allerdings sind aber in letzter Zeit deutliche Steigerungen bei der Schuldenaufnahme zu verzeichnen.
Mir macht am meisten Sorgen, dass fast 20 Prozent der Auslandsschulden aus dem Petrocaribe-Abkommen stammen. Damit bindet man sich an einen Despoten – an Hugo Chavez, der sein schweres Öl mittels dieses Abkommens an Länder in der Karibik und Lateinamerika zu vordergründig guten Kondition verkauft.
Das Chavez kein Samariter ist und für seine „Wohltaten“ auch eine Bezahlung erwartet dürfte sich eigentlich von selbst verstehen. Ich kann nur hoffen, dass man noch nicht zu tief in der Schuldenfalle sitzt.

Gemäß einer Studie zum Freihandelsabkommen DR-CAFTA, hat sich der Mittelzufluss an Investitionen aus dem Ausland seit der Einführung im Jahre 2007 erhöht.
Besonders der Handel, der Tourismus und die Telekommunikationsbrache sind begehrt bei Investoren. Von den beteiligten Ländern wurde lediglich Costa Rica besser bewertet.
Allerdings empfiehlt die Studie auch, dass die Regierung der Dominikanischen Republik noch besser werden muss in den folgenden makroökonomischen Bereichen wie Eigentumsrechte, Steuerrecht, effizientes und effektives funktionieren der Zoll- und Hafenbehörden sowie der qualitativen Arbeit in den Behörden.

Wetter: In der südlichen Landeshälfte bis zur Cordillera Central sowie im Osten ist im Tagesverlauf immer wieder mit teils heftigen Schauern und Gewittern zu rechnen. Im Norden und im Westen des Landes gibt es zwar ein paar Wolken, aber nur ganz vereinzelt Schauer.
Am Wochenende soll es dann genau anders herum sein. Schauer vom Atlantik kommend im Norden und im Süden schönes Wetter.

Devisen: Am heutigen Freitag ist der Euro deutlich über $ 1,26 in den Handel gegangen. Im Tagesverlauf gab es zwar wieder einige Abschläge, aber der Kurs konnte sich wieder erholen und setzte seine Konsolidierung fort. Aktuell wird der Euro bei $ 1,2579 gehandelt.
Händler verweisen darauf, dass man nun langsam am Markt zu der Einsicht kommt, dass die Regierungen in Europa tatsächlich das Schuldenproblem angehen wollen und die Haushalte nachhaltig sanieren möchten.
Für einen Euro erhält man 45,85 Pesos und für einen Dollar 36,86 Pesos.

Rohstoffe: Zu Handelsschluss stand der Preis für ein Barrel Rohöl der Sorte Brent bei 71,84 US-Dollar. Heute wurde im frühen Handel die 70 Dollar-Marke bereits nach untern genommen.

Allen ein schönes Wochenende! Bis Montag.

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