Montag, 31. Mai 2010

An Scheinheiligkeit nicht mehr zu übertreffen

Am Donnerstag wurde in Santo Domingo, der Hauptstadt der Dominikanischen Republik, der Haitianer Nicodem Cony durch Agenten der Migrationbehörde verhaftet.

Das unglaubliche Verbrechen was dieser Cony begangen hatte war, dass er sich in aller Öffentlichkeit hat fotografieren lassen als er seine Frau umarmte und küsste.

Der Direktor der Migrationbehörde, Vizeadmiral Pared Perez, erklärte über seinen Pressesprecher, dass seine Behörde das Recht habe jeden Ausländer festnehmen zu lassen, der auf öffentlichen Boden schamlose Akte begehe und sich dabei von der Presse ablichten lasse.

Der Admiral erklärte weiter Cony hätte das Schamgefühl der Dominikaner verletzt und gegen die guten Sitten verstoßen.

Man könnte meinen beim lesen dieser Zeilen es würde sich um einen schlechten Aprilscherz handeln. Aber weit gefehlt. Das ist leider die Realität.

Jede schlechte Geschichte hat aber auch eine gute Seite.

Die Zeitung die den Haitianer abgelichtet hatte und sozusagen der Auslöser der Aktion war, titelte am folgenden Tag in ihrer Ausgabe mit der Überschrift „Reiner Rassismus“ und haben damit wohl den berühmten Nagel auf dem Kopf getroffen.

Wie zu lesen war, schalteten sich auch diplomatische Kreise ein um eine Freilassung des Cony zu erwirken. Und welch Wunder, als die öffentliche Meinung das Verhalten der Migrationbehörde nicht goutierte, meldete sich der Direktor der Migrationbehörde wieder zu Wort.
Diesmal wieder mit schlechten Nachrichten. Aber mehr für die eigenen Mitarbeiter. Denn Cony wurde wieder auf freien Fuß gesetzt.

Auch der Abteilungsleiter Haiti in der Behörde und die an der Verhaftung beteiligten Beamten wurden entlassen. Als Begründung führte der Admiral an, dass man ihn nicht über die Verhaftung informiert habe.

Da frage ich mich wie er denn dazu über seinen Pressesprecher Stellung nehmen konnte? Für mich sieht das stark nach Bauernopfer aus, damit der Admiral seinen Kopf aus der Schlinge ziehen kann.
Hoffen kann man nur, dass der Präsident Fernandez mal so etwas wie Führungsstärke entwickelt und auch den Admiral entlässt. Damit wird wohl aber nicht zu rechnen sein.


Wetter: Die Alarmstufen wurden wieder aufgehoben. Heute muss man im laufe des Tages vor allem im Osten des Landes mit zum Teil ergiebigen Niederschlägen und Gewittern rechnen. Diese Ausläufer reichen bis an die Hauptstadt heran.

Devisen: Am Freitag kam noch einmal ein wenig Druck auf den Euro auf. Denn die englische Ratingagentur Fitch senkte das Rating von „AAA“ auf „AA+“. Diese Nachricht wirkte zunächst negativ auf die Gemeinschaftswährung.
Heute befindet sich der Euro wieder gegenüber den Dollar im Plus. Das hat aber erst einmal nichts zu bedeuten, denn heute sind die wichtigen Börsen in London und New York wegen eines Feiertages geschlossen. Man wird also auf morgen warten müssen.
Im Moment wird der Euro mit 1,2302 US-Dollar gehandelt (+0,25%).
Für einen Euro erhält man 45,00 Pesos und für einen Dollar 36,85 Pesos.

Rohstoffe: Die Ölpreise sind am Montag leicht gestiegen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Juli stieg auf 74,45 US-Dollar. Das waren 48 Cent mehr als zum Handelsschluss am Freitag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent kletterte um 63 Cent auf 74,65 Dollar.

Händler verwiesen auf dem zum Euro etwas gefallenen Dollarkurs. Ein schwächerer Dollarkurs macht Rohöl für Anleger aus anderen Währungsräumen günstiger. Zudem handele es sich um eine Gegenreaktion auf die Verluste der vergangenen Wochen.

Daneben unterstützt auch die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko die Ölpreise. Das erneute Scheitern von BP könnte den Druck auf die US-Regierung erhöhen, Tiefseebohrungen weiter einzuschränken. In der Folge würde die Ölproduktion in den USA langfristig zurückgehen, wovon der WTI-Preis profitieren würde. Allein auf den Golf von Mexiko entfällt ein Drittel der US-Ölproduktion.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) ist leicht gestiegen. Nach Berechnungen des OPEC-Sekretariats vom Montag kostete ein Barrel am Freitag im Durchschnitt 70,62 US-Dollar. Das waren 14 Cent mehr als am Donnerstag. Die OPEC berechnet ihren Korbpreis täglich auf der Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells.

Wegen des Feiertags wird auch beim Öl mit einem ruhigen Handel gerechnet.


In Kürze auf www.domrep-news.com aktuelle Nachrichten aus den Bereichen Wirtschaft und Finanzen rund um die Dominikanische Republik.

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