Und wieder einmal bringt sich der Vizedirektor der CDEEE ins Gespräch. Dabei wäre es manchmal besser wenn man einfach seinen Mund halten würde.
Aber von Anfang an. Erst kürzlich, im Rahmen der Wahl, verkündete der Herr Marranzini, eben dieser Vizedirektor, lautstark, dass man für die drei Tage um den Wahltag herum im ganzen Land 24 Stunden Elektrizität liefern werde.
Nun gut, wie bei allen vollmundigen Ankündigungen wusste auch dieses mal der interessierte Beobachter was er davon zu halten hatte. Schließlich dauerte es auch nicht lang, und es gab erste Berichte aus Teilen der Hauptstadt Santo Domingo wo man Stromausfälle mit bis zu 12 Stunden zu beklagen hatte.
Aber auch während und nach der Wahl blieb es in Teilen des Landes dunkel. Vereinzelt mussten die Stimmen bei Kerzenschein ausgezählt werden.
Und Herr Marranzini erklärte nach der Wahl, dass die unterbrechungsfreie Stromversorgung während dieser drei Tage zusätzliche Kosten in Höhe von 61,5 Millionen Pesos verursacht habe.
Der staunt der Beobachter nicht schlecht. Zusätzliche Kosten? Die sollten doch kein Problem sein. Wenn jeder das bezahlen würde was er auch verbraucht, dann kann man gar keine Probleme mit diesen zusätzlichen Kosten haben.
Und nun meldet sich dieser Herr wieder zu Wort. Offensichtlich ist er selbst nicht mehr davon überzeugt, dass er seine eigenen Ziele erreichen kann. Denn man geht den dominikanischen Weg.
Analysen hätten gezeigt, dass die Zahlungsmoral auch in den 24 Stunden Stromkreisen rückläufig sei. Marranzini sagte, wenn mehr wie 15 Prozent der Kunden in solchen 24 Stundenkreisen eine schlechte Zahlungsmoral haben, dann würde das auch Konsequenzen bei der Versorgung haben. Ganz unverblümt erzählt er, dass wohl einige Stromkreise nur in das Programm der 24-Stunden-Versorgung aufgenommen wurden um jemanden durch jemand einen Gefallen zu tun.
Und wieder reibt man sich verwundert die Augen. Der Chef der CDEEE will also sagen, dass er keinen Überblick und auch keine Kompetenz darin besitzt wer aufgeschaltet wird und wer nicht? Das ich nicht lache! Hier soll doch nur vom eigenen Versagen abgelenkt werden.
Ich kann sogar den Frust der per Zählerstand zahlenden Kundschaft verstehen. Da gibt es Zonen wo Strom geklaut oder nicht bezahlt wird, da gibt es Flat-Rates zu kleinem Geld wo ganze Werkstätten mit betrieben werden. Und wer zahlt das am Ende alles? Immer der „Kunde“ welcher in einer der 24-Stunden Zonen lebt. Und zwar durch völlig überteuerte Preise.
Aber in Zukunft bekommt man als zahlender Kunde noch etwas geboten für sein Geld. Und zwar ein Call-Center. Ja Wahnsinn. Man tut ja gerade so als hätte man keine weiteren Probleme.
Diese gibt es nämlich durchaus. Im März hat man 200 Millionen US-Dollar alter Schulden bei den Stromproduzenten beglichen. Heute erklärt man, was das für ein Kraftakt gewesen sei. Was für ein Quatsch. Für diese Zahlung an die Produzenten wurden Mittel von der Weltbank verwendet. Die CDEEE hat nichts getan, außer fremde Mittel abzugreifen um alte Schulden zu bedienen. Dies muss aber heute bereits wieder als Grund dafür herhalten um die fälligen Zahlungen für den Monat April zu begründen. Allein für den Monat April summieren sich die Außenstände wieder auf gut 50 Millionen US-Dollar. Und der Mai ist auch schon wieder fast um. Wo sind denn nur die ganzen Mittel die jeden Monat eingenommen werden?
Rechnungen werden schließlich durch die Kunden bei den Stromverteilern bezahlt. Aber diese bezahlen nicht die Produzenten. Irgendwo muss doch das ganze Geld sein…
Wetter: Vom Nordosten her sind weitere ausgeprägte Wolkenbänder im Anmarsch. Man muss auch weiterhin im ganzen Land mit Regen und Gewittern rechnen.
Devisen: Nachdem der Euro gestern negativ aus dem Handel in Europa gegangen ist, sehen wir heute einen positiven Handelsverlauf. Im Moment wird der Euro mit 1,2236 gehandelt (+0,61%). In der Spitze hatten wir aber heute bereits schon Werte von über 1,23 gesehen. Der letzte Kursrutsch des Euro wurde durch China ausgelöst. Die dortige Währungsbehörde überdachte ihre Eurostrategie. Glück für den Euro war, dass eine Entscheidung zugunsten von Europa gefallen ist. Aber der Markt ist und bleibt nervös. Die gestrigen Spekulationen lösten eine Flucht aus den Euro in kanadische und australische Dollar aus.
Für einen Euro erhält man 44,70 Pesos und für einen Dollar 36,88 Pesos.
Rohstoffe: Die Ölpreise haben am Donnerstag weiter zugelegt. Ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Juli kostete am Mittag 73,36 US-Dollar und war somit 1,85 US-Dollar teurer wie am Vortag.
Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent stieg um 1,43 US-Dollar auf 73,17 US-Dollar. Damit haben die Ölpreise ihre Kursgewinne vom Vortag weiter ausgebaut.
Auch der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) ist ebenfalls deutlich gestiegen. Nach Berechnungen des OPEC-Sekretariats vom Donnerstag kostete ein Barrel am Mittwoch im Durchschnitt 68,21 US-Dollar. Das waren 1,37 US-Dollar mehr als am Dienstag. (Die OPEC berechnet ihren Korbpreis täglich auf der Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells.)
Donnerstag, 27. Mai 2010
Es werde Licht
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Die Kritik an Herrn Marranzini ist so nicht gerechtfertigt. Wenn man schon das Vokabular betrachtet ( verkuendete lautstark) ,erhaertet sich der Verdacht einer tendenzioesen Berichterstattung. Diese Kritik beruecksichtigt nicht die politische Situation im Lande und ist sicherlich von keinem Landeskenner verfasst.Da wird, zugegebenermassen, wahren Fakten ein falscher Sinn untergeschoben.
AntwortenLöschen@Anonym
AntwortenLöschenIhnen steht es natürlich frei, Ihre Erfahrungen zum Thema hier zu berichten.
Gern nehme ich aber Bezug auf Ihren Vorwurf bzgl. "verkündete lautstark". Man hätte natürlich viele andere Umschreibungen nehmen können, fest steht allerdings, dass genau dieser Herr über alle zur Verfügung stehenden Mittel und Medien seine Aktion 3 Tage mit 24 Strom verkündet hat.
Wenn es Ihnen besser gefällt, würde ich mich zu der Formulierung, "Herr Marranzini erklärte gegegüber jederman, egal ob er es wissen wollte oder nicht, dass...".
Sie haben hoffentlich den ironischen Unterton verstanden. Man könnte es nämlich auch anders ausdrücken. Ich bin nicht dafür da um für die CDEEE "Schönwetter" zumachen. Dafür halten die sich selbst einen ganzen Laden voller Funktionäre. Ich bringe lediglich mit eigenen Kommentaren gespickt Nachrichten die jeder selbst in der dominikanischen Presse nachlesen kann. Inclusive der Kommentare der Dominikaner.
Freundliche Grüße an Anonym von Cibao